23.02.2006

Interview mit Svenja Schulze in: Landtag intern 3/06

Was sich neckt, das liebt sich?
Frau Schulze, als engagiertes Mitglied
von Slowfood und als Rheinländerin,
die es zu den vermeintlich "drögen Westfalen? verschlagen hat, Frage an Sie: Darf jemand, der Blutworscht und ?ne Halve Hahn zu seinen Lieblingsgerichten zählt, auf Menschen herabblicken, die sich für Pfefferpotthast, Münstersch Töttchen oder Möpkenbrot erwärmen?


Schulze: Also ich lebe schon 20 Jahre sehr gerne in Westfalen. Und wer sich über die leckeren münsterschen Traditionsgerichte beschweren will, findet nur Gehör, wenn das in astreinem Münsterländer Platt geschieht. Außerdem: Wenn wir einen halben Hahn bestellen, bekommen wir was Warmes, Knuspriges auf den Teller und nichts Labberiges, Kaltes auf drögem, ollen Roggenbrot.
Ansonsten rufe ich den Rheinländern zu: Lernt doch erst mal Pils brauen! Zugegeben: Die Kamelle werden bei uns am Rosenmontag zwar gezielt geworfen, dafür bekommt aber auch jeder eine ab. Und das beliebte Vorurteil, dass der Westfale "dröge?
sei, stimmt einfach nicht. Als Sprecherin meiner Fraktion für
Umweltpolitik kann ich da nur sagen:
Die Kommunikation der Westfalen
ist einfach nachhaltiger. Wir wissen hier nach einem Thekengespräch auch am nächsten Tag noch, mit wem wir uns unterhalten haben.

Sie haben im westfälischen Bochum studiert und waren AStA-Vorsitzende. Bei der Exzellenzinitiative siegte mit Aachen jüngst eine rheinische Hochschule, die in Münster, wo Sie wohnen, landet unter ferner liefen. Folge der hochschulpolitischen Benachteiligung des westfälischen Landesteils?

Schulze: Eher eine Folge jahrhundertelanger traditionell eingeübter Überzeugungsrituale sowohl verbaler wie materieller Art. Man könnte auch profan behaupten: Die Aachener sind offensiver im Klüngeln. Aber im Ernst: Münster hat in den letzten Jahren viele exzellente
Einrichtungen für seinen Hochschulstandort gewinnen können. So das Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin. Oder das Zentrum für Nanotechnologie. Oder das Netzwerk Bioanalytik-Münster. Und für die, die mit Naturwissenschaften weniger anfangen können: Münsters Universität belegt mit den
Wirtschaftswissenschaften und Rechtswissenschaften bei bundesweiten Vergleichen stets die vorderen Plätze. Und unsere Fachhochschulen habe ich da noch gar nicht erwähnt...



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