21.08.2006

Angeregte Diskussion vor "vollem Haus? im Roten Salon in der Villa ten Hompel.

Engagement für Entwicklung Afrikas unterstützen.
"Wenn wir es Ernst meinen, mit unseren Hilfsangeboten an die Staaten Afrikas, müssen wir die Initiativen, die auf dem afrikanischen Kontinent selbst entstehen unterstützen? fasste der münsteraner SPD-Bundestagsabgeordnete Christoph Strässer die fast dreistündige sehr engagiert geführte Diskussion auf dem Roten Salon vom vergangenen Sonntag zusammen. Rund 60 Bürgerinnen und Bürger, darunter auch Mitbürger aus Afrika, waren der Einladung der beiden SPD-Abgeordneten Svenja Schulze (MdL) und Christoph Strässer (MdB) zum zweiten "Roten Salon? in die Villa ten Hompel gefolgt.

Bei dieser Veranstaltung, die beide SPD-Parlamentarier eine "politisch-kulturelle Matinee? nennen, ist immer eine auswärtige Persönlichkeit Gast der beiden Politiker. Dieses Mal war Kerstin Müller, Grüne Bundestagsabgeordnete, außenpolitische Sprecherin ihrer Bundestagsfraktion und ehemalige Staatsministerin unter Außenminister Fischer zu Gast im Roten Salon. Das Thema lautete: Afrika ? mehr als Elend und Krieg.

Frau Müller eröffnete das Gespräch in dem gut gefüllten Seminarraum am Kaiser-Wilhelm-Ring mit ihren ganz persönlichen Eindrücken vom "Schwarzen Kontinent?, den sie ganz und gar nicht in Schwarz-Weiß-Tönen schilderte. "Das faszinierende und zugleich schockierende ist das Wechselbad der Gefühle, dass man in Afrika erlebt?, so Müller, die ihr Interesse und auch ihre Liebe zum afrikanischen Kontinent in Kinshasa erlebte. Dorthin führte sie ihre erste Reise als frischgebackene Staatsministerin im Auswärtigen Amt. Dort, wo heute nach den ersten Wahlen seit Jahrzehnten auch Bundeswehrsoldaten das Ergebnis dieser Wahlen absichern helfen sollen, zeige sich die Widersprüchlichkeit Afrikas. Müller: "Einerseits herrschte Bürgerkrieg im Kongo, andererseits hatte sich eine Zivilgesellschaft herausgebildet, die ihr Land verändern wollte.?

Den Appell von Kerstin Müller, die Entwicklungen in Afrika nicht nur unter den auch in Deutschland vorherrschenden Stereotypen "Elend, Not und Krieg? zu sehen, griff der Gastgeber und SPD Bundestagsabgeordnete Christoph Strässer auf und warb für eine differenzierte Betrachtung. "Wir müssen dabei helfen Sicherheit für die Menschen zu schaffen, die etwas verändern wollen? warb Strässer auch für ein Engagement Deutschlands und Europas in den Krisenherden Afrikas. Besonders im Westen Sudans, in Darfour, herrschten unerträgliche Bedingungen für die Menschen, die von marodierenden Banden terrorisiert, vertrieben und ermordet würden.

Svenja Schulze, die Sprecherin für Umwelt- und Landwirtschaftspolitik der SPD-Landtagsfraktion in Düsseldorf ist, wies noch nachdrücklich darauf hin, dass die Entwicklungschancen auf dem afrikanischen Kontinent auch und gerade dadurch nachhaltig verhindert würden, weil sowohl die Europäische Union als auch die USA durch die Subventionierung ihrer Landwirtschaftsprodukte dafür sorgten, dass Afrikanische Produkte gar nicht erst nach Europa oder in die USA gelangen könnten, gleichzeitig aber so absurde Fälle einträten, dass auf Wochenmärkten in Afrika Tiefkühlhähnchen aus Frankreich billiger angeboten werden als heimisches Federvieh. "Unser Umgang mit der Entwicklung der Länder Afrikas ist verlogen. Wir selbst verhindern oft die Entwicklung, die wir andererseits von den Afrikanern verlangen?, so die Landtagsabgeordnete.




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