30.10.2008

Svenja Schulze besucht Dachverband der Elterinitiativen

Elterninitiativen aus der Kinderbetreuungslandschaft nicht wegzudenken - KiBiz birgt erhebliche Umsetzungsprobleme
Svenja Schulze stattete dem Münsteraner Dachverband der Elterninitiativen, Eltern helfen Eltern, einen Besuch ab. Sie wollte sich informieren, wie die Umsetzung des KiBiz (Kinderbildungsgesetz), das gegen großen Widerstand von Eltern und ErzieherInnen eingeführt wurde und seit dem 01. August 2008 in Kraft ist, in Münster anläuft - und ob in Münster tatsächlich 50 Elterninitiativen in ihrem Bestand gefährdet sind.
Heidrun Goder und Marion Schreiber vom Dachverband berichteten, dass viele Befürchtungen, die mit der Einführung des KiBiz verbunden waren, sich aus ihrer Sicht leider erfüllt hätten. Es mache sich bemerkbar, dass die personelle Ausstattung in der Betreuung von Kindern unter drei Jahren schlechter geworden sei und dass durch die Reduzierung von Zeiten zur Vor- und Nachbereitung der pädagogischen Arbeit und der Leitungsfreistellung Ansprüche an pädagogische Qualität nicht zufrieden stellend umzusetzen seien.
Auch die Finanzierung erweise sich als absolut unzulänglich. "Die Pauschalen reichen nicht aus. Sie sind selbst anlässlich der eigentlich erfreulichen und längst überfälligen Tariferhöhung von durchschnittlich 8 % für ErzieherInnen nicht angepasst worden.?, stellt Heidrun Goder, Vorsitzende des Dachverbandes fest. "Auch steigende Sachkosten z.B. im Energiebereich werden nicht berücksichtigt, die Pauschalen für Sprachförderung, Familienzentren und Einrichtungen im sozialen Brennpunkt sind vollkommen unzulänglich.?, rügt sie die Landespolitik.
Dass für die im kommenden Kindergartenjahr neu zu schaffenden Plätze für Kinder unter drei Jahren im Landeshaushalt nur eine Betreuungszeit von 25 Stunden vorgesehen sei, entspreche nicht dem Bedarf der meisten Eltern und auch nicht den Bedürfnissen und dem Tagesrhythmus von Kleinkindern. Es sei vielmehr ein Versuch des Landes, die Kommunen unter Druck zu setzen und auf Kosten der Kinder zu sparen.
Eine Umfrage von Eltern helfen Eltern im September 2008, die die Veränderung von Arbeitsbedingungen in Elterninitiativen nach KiBiz ermitteln wollte, zeigte, dass besonders die ErzieherInnen unter dem neuen Gesetz zu leiden haben. "Sie müssen teilweise Stundenkürzungen hinnehmen, Jahressonderzahlungen wurden gestrichen, befristete Verträge wurden abgeschlossen oder die Alterszusatzversicherung, an der sich die Arbeitgeber bisher beteiligten, wurde gekündigt.? so Marion Schreiber, Fachberaterin bei Eltern helfen Eltern. Knapp 30 % der Kitas, die sich an der Umfrage beteiligten, stellten keine Berufspraktikantin mehr ein, um Geld zu sparen.
All dies seien keine Probleme, die ausschließlich Elterninitiativen mit dem KiBiz hätten, betonen die Fachfrauen des Dachverbandes. Elterninitiativen seien als kleine Träger nur besonders in Gefahr, an Finanzierungsproblemen zu scheitern, da sie weniger Ausgleichsmöglichkeiten haben.
Dass andere Träger genauso betroffen sind, werde am Beispiel von Dortmund deutlich. Dort haben sich die Stadt mit den Wohlfahrtsverbänden und der Gewerkschaft ver.di entschieden, eine gemeinsame Resolution zu verfassen. Sie fordern vom Land, das KiBiz zu ändern, weil sie massive finanzielle Probleme haben und auch die Qualität der pädagogischen Arbeit in Gefahr sehen.
Dass viele Probleme, vor allen Dingen für kleine Träger, in den kommenden Jahren gravierender werden, sind sich Marion Schreiber und Heidrun Goder sicher. Denn das Einrichtungsbudget wird jedes Jahr neu festgelegt und hängt vom Alter der Kinder und von den Buchungszeiten ab. Eine verlässliche und langfristige Planung ist damit nicht möglich. "Es wird schwieriger - aber es wird weiterhin Elterninitiativen geben. Sie sind aus der Münsteraner Kita-Landschaft nicht wegzudenken.? lautet das Fazit der Gesprächsrunde.




zurück
Berichten Sie darüber:
  • bei twitter
  • bei facebook
  • bei delicious
  • bei digg
  • bei google
  • bei webnews
  • bei Mister Wong
  • versenden
Ihr Name

Ihre Mailadresse:
Name des Empfängers
Empfänger-Adresse
Nachricht für den Empfänger
Sicherheitsfrage:Bitte tragen Sie das Ergebnis der folgenden einfachen Rechnung ein: 31 + 14 =