29.05.2009

Keine politische Interessenvertretung für den eigenen Wahlkreis in Münster

Schulze wirft Sternberg Scheinheiligkeit bei Standortbestimmung für Gesundheitscampus vor
Der münstersche CDU-Landtagsabgeordnete Prof. Dr. Sternberg hat im Landtag seine Position zur Entscheidung der Landesregierung, den Gesundheitscampus in Bochum anzusiedeln, vertreten. Bekanntermaßen werden durch diese Entscheidung langfristig zwei Gesundheitsinstitute und fast 100 Arbeitsplätze aus Münster abgezogen. "Wer erwartet hatte, dass sich Sternberg im Sinne seines Wahlkreises äußern würde, sah sich getäuscht", kritisiert Svenja Schulze, MdL. Stattdessen hätten die anderen Abgeordneten aus Münster erst mit Staunen und dann mit Empörung folgenden Satz vernehmen müssen: "Außerdem freue ich mich ... als Westfale, dass eine westfälische Stadt als Standort für den Gesundheitscampus ausgesucht worden ist" (Zitat aus der Rede - zu hören/zu sehen unter http://real2.lds.nrw.de:8080/ramgen/plenum20090528.rm)

Sternberg habe in seiner Rede deutlich gemacht, dass die Entscheidung der Landesregierung für Bochum nicht nur eine gesundheits- und wissenschaftspolitische Entscheidung gewesen sei, sondern ganz klar eine strukturpolitische. "Ich frage mich als Münsteraner Abgeordnete, ob Herr Sternberg nur in Düsseldorf nicht weiß, dass er mit der Entscheidung für Bochum Münster schwächt", weist Schulze ironisch auf die Internetseite des CDU-Abgeordneten hin. Hier wird in einer Meldung vom Tag der Plenarsitzung das Erreichen eines "Etappenziels" begrüßt - nämlich der vorläufige Erhalt des Krebsregisters für den Standort Münster. "Das ist eine bodenlose Frechheit - in Münster die Öffentlichkeit Glauben zu machen, er vertrete die Interessen der Stadt - und in Düsseldorf genau andersherum zu argumentieren. In einer katholischen Stadt verdient das nichts anderes als den Ausdruck "scheinheilig", fasst Schulze zusammen.

Die pharisäerhafte Haltung Sternbergs werde durch das Zitat des Präsidenten der Westfälischen Ärzteschaft - Theodor Windhorst - noch deutlicher, der nach der Vertagung des von der Landesregierung geforderten Umzugsbeschlusses für das Krebsregister mit folgenden Worten zitiert wird: "Das Thema kommt wieder - so lange, bis der politiche Wunsch erfüllt ist." Svenja Schulze dazu: "Wir warten mit Spannung darauf, was Kollege Sternberg dann sagt - und vor allen Dingen: WO!?" Eine glaubhafte Interessenvertretung der Stadt sehe anders aus.




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