17.09.2010

"Studierende werden in ihrem künftigen Berufsleben von der internationalen Ausrichtung profitieren"

Die Hochschule Rhein-Waal ist am Standort Kleve vehement gestartet, genießt in der kommunalen Politik und in der Bevölkerung rückhaltlose Unterstützung. Kann die HRW mit der gleichen Unterstützung seitens des Ministeriums rechnen?
Die Unterstützung des Landes für die Hochschule ist beträchtlich. Der Landeszuschuss betrug 2009 etwa 2,65 Millionen Euro, 2010 circa 14 Millionen Euro und wird 2011 -natürlich vorbehaltlich der Zustimmung des Landtags- weiter gesteigert werden. Für die Neubauten zur endgültigen Unterbringung der Hochschule in Kleve und Kamp-Lintfort rechnen wir mit einem Investitionsvolumen von knapp 200 Millionen Euro. Ich bin sehr froh, dass hier vor Ort der Aufbau der Hochschule unterstützt wird. Der Gründungsprozess kann nur im Miteinander von Land, Kommune und Bürgern gelingen.

Wie bewerten sie die Entwicklung der HRW an ihren Standorten in Kleve und Kamp-Lintfort?
Die Entwicklung ist sehr erfreulich: Zum Wintersemester 2009/2010 nahmen 135 Studierende in drei Studiengängen das Studium an der Hochschule Rhein-Waal auf, zum Wintersemester 2010/2011 sind insgesamt 16 Studiengänge im Angebot, die dann von schätzungsweise weiteren 400 bis 500 Studierenden besucht werden.

Die HRW in Kleve und Kamp-Lintfort setzt auf internationale und innovative Studiengänge, die Zusammenarbeit mit der nahen Radboud-Universität in Nimwegen und den Fachhochschulen in Nimwegen, Arnheim und Venlo – sehen Sie darin den richtigen Weg?
Absolut. Nicht nur wegen der Lage der Hochschule ist die Ausrichtung auf Internationalität und die Zusammenarbeit insbesondere mit den niederländischen Hochschulen richtig. Vor allem die Studierenden werden in ihrem künftigen Berufsleben von der internationalen Ausrichtung profitieren.

Was sollte eine Hochschule ihrer Meinung nach bieten, um wettbewerbsfähig zu sein?
Erst einmal finde ich es wichtig, dass in einer modernen Hochschule gute Wissenschaftler und engagierte Studierende eng zusammenarbeiten.
Entscheidend ist auch, dass sich eine Hochschule als Teil der Gesellschaft versteht, der Verantwortung für eine demokratische und soziale Entwicklung der Gesellschaft trägt. Wir dürfen die Hochschulen nicht in eine Situation bringen, wo sie nur noch miteinander konkurrieren. Wir brauchen mehr Kooperationen, denn durch die entsteht Forschung und Innovation.

Kannten Sie die Standorte Kleve und Kamp-Lintfort und was sollten die Städte bieten, um sich als Hochschulstandort etablieren zu können?
Ich kannte die Städte, aber nicht die Hochschulstandorte konkret. Die Attraktivität eines Studienstandortes hängt nicht nur von der wissenschaftlichen Qualität und dem guten akademischen Angebot ab, sondern auch von den sozialen Rahmenbedingungen: Werden die Studierenden freundlich aufgenommen? Fühlen sich auch die ausländischen Studierenden trotz evtl. anfänglicher Verständigungsschwierigkeiten wirklich willkommen geheißen? Gelingt es, ausreichend Wohnraum zur Verfügung zu stellen? Entwickelt sich ein Dialog und eine Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Wirtschaft? Wenn dies alles stimmt, dann braucht man sich um die Attraktivität des Standortes der Hochschule Rhein-Waal keine Sorgen zu machen, denn dann werden die zufriedenen Studierenden als Multiplikatoren einen Anstieg der Studierendenzahlen bewirken.

Kleve bekommt einen Campus im Hafen – werden Sie die schon fortgeschrittene Baustelle besuchen?
Bei meinem Besuch der Hochschule und der Erstsemester habe ich die Möglichkeit, mir durch einen Halt auf der Brücke am Klever Ring einen wahren Rundumblick über das Areal und den Fortschritt der Baustelle zu verschaffen.

Begrüßen Sie die Lösung, dass der Kreis Kleve den Campus baut und 2012 an das Land übergibt?
Sie sprachen am Anfang die große Unterstützung der Kommune und der Bevölkerung für die Hochschule an: Wie könnte sich diese schöner zeigen?

Sie wollen die Studiengebühr abschaffen. Hochschulpräsidentin Prof. Klotz hat mehrfach betont, dieses Geld dringend zu brauchen. Können die Hochschulen mit einem adäquaten Ausgleich rechnen, ohne dass die Studentenzahl erhöht werden muss?
Ja, das können sie. Wir wollen die Studiengebühren abschaffen, weil sie sozial ungerecht sind und uns so viele Talente verloren gehen. Unser Gesetzentwurf, den wir gerade in den Landtag eingebracht haben, sieht vor, dass es auch nach Abschaffung der Gebühren Verlässlichkeit und Sicherheit in der Finanzierung gibt. Die 249 Millionen Euro, die die Hochschulen aus Gebühren eingenommen haben, werden komplett ersetzt. Allein die Hochschule Rhein-Waal wird pro Jahr etwa 125.000 Euro bekommen, ohne dass dafür die Studierendenzahl erhöht werden muss. Das Geld ist bestimmt für die Verbesserung der Lehre. Außerdem werden die Studierenden selbst in einem Gremium an jeder Hochschule mehrheitlich darüber entscheiden, wohin das Geld fließt.





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